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Rundbrief mit Einladung: Ehrenamtliche Tierschutzarbeit ist weit mehr als ein Vollzeitjob
Liebe Mitglieder, liebe Freunde unseres Vereins,
ehrenamtliche Tierschutzarbeit ist weit mehr als ein Vollzeitjob. Was sind schon die ungezählten Stunden, die dabei zusammenkommen? Wenn sich die Türen des Vereinsbüros schließen ist noch lange nicht Feierabend. Neben der aktiven Arbeit „am Tier“ sind eine Reihe unsere Mitglieder dann dabei, Veranstaltungen vorzubereiten und durchzuführen oder sie nehmen Termine war, bei denen es um die Lösung von Tierschutzproblemen geht.
Da ist die Tiertafel, die wöchentlich ihre Ausgabestelle öffnet: Hier erhalten Bedürftige nicht nur Nahrung für ihre Tiere, sondern es stehen unsere Mitglieder zur Verfügung, um zwischen Tierärzten und Behörden zu vermitteln. Auch für andere Fragen in Sachen „Tier“ und „Tierschutz“ haben sie hier ein offenes Ohr. Eine Aufgabe, die viel Kraft, Geduld und Einfühlungsvermögen braucht.
Den Tier(heim)-Stammtisch führt unser Verein gemeinsam mit der Initiative „Pro Tierheimneubau“ durch. Dabei wird sich immer wieder aktuellen Tierschutzthemen zugewandt.
Unser Mitglied Jennifer Zaehle ist Mitorganisatorin des Rattenstammtischs, der sich in regelmäßigen Abständen trifft und sich einer Tierart widmet, die leider noch bei vielen Mitmenschen unbeliebt ist.
Das Projekt „Ein Hund macht Schule“, das von unserem Mitglied Anja Gehrken durchgeführt wird, ist nach wie vor ein Riesen-Erfolg bei Kindern, Eltern und Erziehern.
Einige unserer Mitglieder sind auch im politischen Tierschutz aktiv. Ihr Kampf richtet sich insbesondere gegen die verfehlte Agrarpolitik, die Massentierhaltung, den subventionierten Schlachttiertransport sowie die nicht ausreichend kontrollierbare Genmanipulation bei Tieren. Darüber hinaus setzen sie sich für die Abschaffung der Jagd als Freizeitvergnügen ein.
Die telefonische Erreichbarkeit unseres Vereins ist trotz Berufstätigkeit unserer Vorstandsmitglieder tagsüber vom Vorsitzenden dank seiner eigentlich unbezahlbaren, weil immens fleißigen, Mitarbeiterin gegeben. Sie versucht auch ohne Vereinszugehörigkeit im Falle der Nichtanwesenheit des Vorsitzenden, der „nebenbei“ Mandantengespräche, Gerichtstermine und Vor-Ort-Besichtigungen wahrzunehmen hat, zu helfen, soweit es nur geht. Nach Büroschluss übernimmt (i. d. R. ab 20.00 Uhr, da berufstätig) die stellv. Vorsitzende die Rufbereitschaft unter ihrer privaten Tel.-Nr. 0391 2528762, eine „Dienstleistung“, die sie schon im Vorgänger-Verein erbracht hatte und nunmehr seit über zehn Jahren anbietet. Da steht das Telefon manchen Abend kaum still und auch an den Wochenenden hat sie ein offenes Ohr für den einen oder anderen Tierschutzfall. Wenn allerdings ein Tierhalter am Sonntagnachmittag anruft und sich beschwert, dass er im Städtischen Tierheim zu dieser Zeit niemanden erreicht, sein Schäferhund-Rottweiler-Mix aber sofort aus der Wohnung müsse, da tags darauf die Hebamme käme, die nicht möchte, dass das Tier und der Säugling zusammen in der Wohnung leben, muss sie natürlich auch erst einmal passen. Wenn dann dem Besitzer angeboten wird, er möge es doch zunächst in einer Pension versuchen, stellt sich oft schnell heraus, dass es bereits eine Nachfrage zur Aufnahme des Hundes im Tierheim gab, aber die Bereitschaft, die Abgabegebühr zu entrichten, seitens des Halters nicht vorlag. Dabei ist uns gewiss, dass an uns Kritik geübt wird, einen armen Hartz IV-Empfänger „im Regen stehen“ zu lassen und nicht für ihn die Abgabegebühr übernehmen.
Da gibt es andere Notfälle, in denen unser Verein finanzielle Hilfe leistet, nämlich wenn es darum geht, einem Tier nach einem Unfall oder bei einer Krankheit tierärztliche Hilfe zuteil werden zu lassen, auch dann, wenn der Halter einmal nicht in der Lage ist, die Kosten dafür zu übernehmen. So ist es uns in einem Fall sogar gelungen, die Beitreibung einer ausstehenden Verbindlichkeit gegenüber der Tierklinik durch ein Inkassobüro abzuwenden und einvernehmlich mit Schuldner und Gläubiger den ausstehenden Rechnungsbetrag zu begleichen. Bleibt anzumerken: Auch ein Verein kann nur soviel ausgeben wie er einnimmt…
Mit dem Betreiben von Pflegestellen für Katzen ist man vor Überraschungen in Form von Neuzugängen selten sicher und jedes Mal froh, wenn man kein Tier aus Kapazitätsgründen abweisen muss. Eine Lösung findet sich aber auch dann in den meisten Fällen. So konnten wir im Jahr 2008 wieder vielen Tieren zu einem schönen neuen Zuhause verhelfen. 47 Katzen wurden aus unseren Pflegestellen vermittelt, in elf Fällen haben wir Vermittlungshilfe von Halter zu Halter geleistet.
Wer die Zahlen zu den Vorjahren vergleicht wird feststellen, dass die Anzahl der Vermittlungen rückläufig ist. Das liegt zum einem an unserem seit Jahren streng ausgerichteten Kastrationsprogramm, zum anderen aber auch daran, dass dem Verein Aufnahmekapazitäten in unseren Pflegestellen fehlen und wir in diesen Fällen auf die Hilfe von befreundeten Tierschutzvereinen, die in der glücklichen Lage sind, ein vereinseigenes Tierheim zu betreiben, im Hinblick auf die Unterbringung von Tieren mit dem Ziel der Weitervermittlung zurückgreifen müssen. (Leider steigt die Zahl der ausgesetzten und unkastrierten Tiere in letzter Zeit wieder an).
Auch einige Hunde fanden durch Aktivitäten des Vereins zu einem neuen Zuhause, wobei wir auch überregional tätig waren. Unser weitest angereister Vermittlungskandidat war ein Hund aus dem Main-Taunus-Kreis. Das Tier konnten wir im Einvernehmen mit seinem überforderten Halter in Vereins-„eigentum“ übernehmen und so vor weiterer nicht artgerechter Haltung bewahren.
Überregional arbeiten wir auch über die Grenzen Deutschlands hinaus mit anderen Vereinen zusammen, so z. B. mit dem Verein Niemandshunde e. V. und der Hundenothilfe Frankreich.
Die Betreuung von frei lebenden Katzen auf unseren geschützten Futterstellen konnten wir fortsetzen. Der Neffe unseres Mitglieds Erika Sommersell hat unseren Verein unterstützt, indem er etliche Katzenhäuser, die besonders in der kalten Jahreszeit als Unterschlupf dienen, baute.
Mit Erfolg konnten wir bei Streitigkeiten in Sachen Tierhaltung vermitteln.
Für jedes einzelne Tier, das wir vor Leid bewahrten, haben sich der Aufwand, die Kosten, der Stress und der Ärger, den wir manchmal dabei hatten, in jedem Falle und immer wieder gelohnt. Das freudige Schwanzwedeln eines Hundes, das liebesbezeugende Schnurren einer Katze, der dankbare Blick eines Nagers sagt oft mehr, als mancher Mensch in Stunden erzählen könnte.
Rückschläge, die Tierschützer verärgern, gibt es allerdings auch immer mal wieder. So hat unser Vorsitzender eine Tierhalterin nach einem Beißunfall unterstützt, ihre Rechte zu erlangen. Die Tierhalterin hat sich, als die behördlichen Voraussetzungen dann endlich vorlagen, letztlich doch dazu entschlossen, ihren Hund abzugeben. Sie hatte inzwischen einen neuen kräftigen Welpen… Nach meiner Einschätzung hatten in dem Fall die Behörden wirklich Recht, dass besagte Person nicht die geeignete verantwortungsvolle Halterin ist, die man sich für ein Tier wünscht.
Trotz solcher traurigen Begebenheiten: Es tut gut, die Dankbarkeit der Menschen zu spüren, die unsere Arbeit zu schätzen wissen. Wir bedanken uns für alle positiven Rückmeldungen per E-Mail und Briefen und den Resonanzen nach Berichten in den lokalen und überregionalen Medien, die uns immer wieder erreichen. Für all die Menschen, denen wir uns im Herzen nahe fühlen, arbeiten wir am weiteren Ausbau unserer Aktivitäten, denn Tierschutz duldet keinen Stillstand.
Wir laden alle Vereinsmitglieder, Freunde und Sympathisanten unseres Vereins ein, uns an unserem Stand bei der Messe „Tierwelt“ vom 03. bis 05. April 2009 zu besuchen. Hier findet sich sicher die Gelegenheit, uns mal wieder mit dem Einen oder Anderen ohne Zeitdruck zu unterhalten. Wir freuen uns auf Sie!
Mirjam El. Karl-Sy Stellvertretende Vorsitzende
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