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5. Tier(heim)-Stammtisch 2007
Am 16.05.2007 trafen sich wieder Tierfreunde aus Magdeburg und dem Umland zum Stammtisch. Ab 18.00 Uhr konnten die „Holzwürmer“ u. a. Herrn Mano Köppelmann aus Colbitz/OT Lindhorst begrüßen. Herr Köppelmann ist seit April 2007 Mitglied unseres Vereins.
Herr Köppelmann arbeitet seit 23 Jahren mit Schlittenhunden, der Rasse Siberian Husky, und hat derzeit neun Schlittenhunde im Alter von fünf bis zwölf Jahren. Seine Tiere werden in einer Zwingeranlage gehalten, habe ständigen Familienanschluss und sind auch an das Haus gewöhnt.
Seit 22 Jahren nimmt Herr Köppelmann an Wagenrennen und Schneerennen über 25 bis 60 km teil.
Seine persönliche Einstellung zu diesem Sport und den Hunden:
Artgerechte Bewegung hat Vorrang vor sportlichen Erfolgen. Hunde, für die sich die Familie entschieden hat, bleiben! Man stellt sich auf die Tiere ein und versucht, ihre positiven Eigenschaften hervorzuheben. Alte Hunde, die in der Leistung abbauen, werden nicht weggegeben.
Seine Ausführungen beinhalteten u. a. (in kurzer Zusammenfassung):
Bewegung der Hunde im Gespann: Trainingswagen, im Winter Schlitten Einzeltraining: Fahrrad, Joggen, Nordic Walking, Skilanglauf Leithundetraining oder Bewegung von älteren Hunden
Vorstellung der einzelnen Schlittenhunde-Rassen (Alaskan Malamute, Samojede, Grönlandhund und Siberian Husky)
Interessante unbekannte Erzählungen:
- So sorgten Huskys im Jahr 1925 für große Schlagzeilen, als in Nome eine Diphterie-Epidemie ausgebrochen war und die Trapper, Eskimos und Indianer mit ihren Hunden das Serum transportierten und so viele Leben retteten. 700 Meilen in einer Woche unter extremen Bedingungen in der Eiswüste Alaskas konnten nur mit Hilfe der Huskys erreicht werden, da alle anderen Transportmittel bei Temperaturen von z. Tl. – 50°C versagten.
- Im Central Park in New York steht heute eine Statue des legendären Schlittenhundes „Balto“ für Ausdauer, Treue und Verstand als Erinnerung an die Leistung der Hunde das legendäre Iditarod, ein Schlittenhunderennen von Anchorage nach Nome. Die schnellsten Gespanne brauchten zehn Tage für 1200 Meilen.
Canicross + Bikejoering Verband Deutschland e. V. (CBVD (2006)
- Laufen mit einem Hund - Fahrrad mit einem Hund oder mit zwei Hunden - jeder Hund ist zugelassen, wobei es nicht auf die Zugarbeit ankommt, - mit 300 Startern an diesen Veranstaltungen ist die Tendenz hin zu dieser neuen Sportart für Hundehalter stark steigend, - der Hund ist ein Lauftier, es gibt Deutsche Meisterschaften, Europa- und auch Weltmeisterschaften, - Hundegespanne sind bis zur Offenen Klasse am Start.
Die Gespannklassen werden unterschieden in:
„S“ ein bis zwei Hunde (Laufen mit Rollwagen/Skier und Pulka mit Gewicht) „D“ zwei Hunde (Trainingswagen Roller Dreirad/Schlitten) „C“ drei bis vier Hunde (Trainingswagen Vierrad7Schlitten) „B“ fünf bis sechs Hunde „A“ sieben bis acht Hunde „O“ mehr als acht Hunde (Trainingswagen z. Tl. mit Begleitperson/Schlitten)
Sprint 5-22 km, MD 30-50 km, LT 70-1700 km
Schlittenhundewagenrennen in Deutschland
- ca. 70 Veranstaltungen in Deutschland - Schlittenhundewagenrennen sind Trainingsrennen. - Junghunde sollen bei diesen Veranstaltungen unter rennähnlichen Bedingungen angelernt werden - Wagenveranstaltungen sollen dazu dienen, Schlittenhunde artgerecht zu bewegen.
Doch was ist artgerecht?
- Den Tieren darf bei diesen Veranstaltungen bewusst keine Schmerz zugefügt werden. - Die Gesundheit der Tiere darf nicht gefährdet werden. - Unter bestimmten Bedingungen sollte auf die Durchführung einer Rennveranstaltung verzichtet werden (hohe Luftfeuchtigkeit, Luftfeuchtigkeit, hohe Temperaturen über + 11°C, schlechtem Trail wie Splitt, Schotter, Eis).
Geeignete Maßnahmen sind:
- Trail verkürzen, - gefährliche Streckenabschnitte herausnehmen, - Pfoten booten (Hundeschuhe), - Hunde vor dem Start mit Wasser bedüsen zur Kühlung.
Die Anwesenden erhielten einen Überblick über die Entwicklung von Wagenrennen bis zum heutigen Stand. Sehr bedauerlich scheint zu sein, dass - im Gegensatz zu früheren reinen Vereins-Veranstaltungen diese Leute zum Großteil von einem „Eventmanager“ organisiert werden. Dass bei einigen dieser Veranstaltungen dann der Profit an erster Stelle steht, erschien den „Holzwürmern“ nachvollziehbar.
Vorteile von Wagenrennen:
- Hoffnung auf mehr Starter durch Vergabe von Meisterschaften, - Präsentation einer Meisterschaft, - Sponsoren für Sportveranstaltung, - hohe Einnahmen von Eintrittsgeldern bei großer Zuschauerresonanz, - Präsentation des Schlittenhundesports in schneearmen Regionen.
Nachteile von Wagenrennen:
- Hunde können durch falschen Ehrgeiz überfordert werden, - Hunde können dadurch gesundheitlichen Schaden nehmen, - finanzielle Belange können vor dem Tierschutz stehen, - Sponsoren stellen bei negativen Vorkommnissen Unterstützung ein, - bei negativen Vorkommnissen kann auch der Schlittenhundesport im Allgemeinen Schaden nehmen.
Alternativen zu Wagenrennen:
- Veranstaltungen, bei denen die Hunde in Aktion dem Zuschauer vorgestellt werden, - Gespanne laufen ohne Zeitnahme, - falscher Ehrgeiz wird vermieden, Hunde nicht überfordert, - Seminare, Lehrgänge, Touren und Trainingstreffen für Neuzugänge und Anfänger, - etc.
Vorstellung der Aktionen von Herrn Köppelmann mit seinen Schlittenhunden:
- Sportler helfen Kindern (Kinderträume von z. B. kranken oder benachteiligten Kindern erfüllen, Fahrt mit einem Schlittenhundegespann, Besuch in einer Zwingeranlage u. a.), - Präsentation bei Firmenjubiläen oder Kinofilm, - Besuch von KiTas und Schulklassen in der Zwingeranlage mit Vorführung, - Unterstützung eines Projektes der Magdeburger Uniklinik: Familienprojekt des Instituts für klinische Chemie.
Auf den letztgenannten Punkt ging Herr Köppelmann detailliert ein:
- Familien mit Kindern, die Gewichtsprobleme haben, werden in Bezug auf Ernährung und Bewegung beraten und betreut, - Einladung in die Zwingeranlage, Hunde streicheln, Fahren mit dem Trainingswagen + anschließendem Spaziergang mit Spiel im Wald, - Unterstützung durch den Magdeburger Zoo mit den dortigen Huskys.
Durch die genannten Angebote soll unter Hinzuziehung der Tiere der Spaß an der Bewegung an frischer Luft geweckt werden. Weitere Aktionen sind in Vorbereitung (Nordic Walking, Wanderung, eventuell Turnen und Gymnastik).
Gerade bei Kindern wird Übergewicht immer mehr zu einem gesellschaftlichen Problem, so dass selbst die Bundesregierung an einem Projekt zur gesunden Ernährung und Bewegung arbeitet, um die Kosten im Gesundheitssystem zu senken.
Weitere Aktivitäten von Familie Köppelmann:
Tochter Saskia trainiert die Huskys im Zoo. Dieser wird unterstützt durch Bewegen der Hunde, Anschaffung von Trainingsgeräten, Vorbereitung der Präsentation der Huskys.
Früher waren die Hunde Arbeitstiere zum Transport von Lasten. Heute wird die Arbeit von Maschinen erledigt (Motorschlitten, Kettenfahrzeuge, Flugzeug).
Neue mögliche Aufgabengebiete von Schlittenhunden:
- Fitnessseminare mit Schlittenhunden - Dogcoaching: Hunde als Begleiter für Sportler (Laufen) - Teamworkseminare für Führungskräfte (Outdoorseminare).
Ergebnis des Vortrags für unseren Verein:
Unser Mitglied, Mano Köppelmann, wird mit uns zusammen den Aufbau einer Nordic-Walking Gruppe mit Hund in Angriff nehmen. Erster Termin für einen Einführungskurs wird der 17.06.2007, 09.00 Uhr, Treffpunkt Nordpark (alte Hundewiese) sein.
Im Anschluss an die Beiträge von Herrn Köppelmann wies Herr Gehrmann von der BI Olvenstedt auf das Blütenfest hin, das vom 08.-10.06.2007 stattfindet und auf dem auch unser Verein im Rahmen der Anti-Pelz-Aktion mit einem Stand vertreten sein wird.
Weiteren Diskussionsstoff gab es zum Verein „Katzeninsel e. V.“, dessen Vertreter Konrad Trummer zwar am Stammtisch erwartet wurde, der aber wohl verhindert war, und zum aktuellen Rechtsstreit zwischen unserem Verein und dem Magdeburger Tierschutzverein e. V. Letzterer nahm in diesem Jahr – vertreten durch Herrn Gericke - erstmals wieder am Stammtisch teil. Zwar wurden von beiden Seiten u. a. in Bezug auf die Ethik-Kommission und die Betreibung eines Tierheims unterschiedliche Auffassungen vertreten, doch einigte man sich darauf, weiterhin im Gespräch, u. a. im Rahmen des Stammtisches, zu bleiben.
Die 14 Teilnehmer, dieses Mal u. a. aus Schönebeck, Colbitz und Satuelle, möchten die Diskussion im Juni fortsetzen. Herr Hopf von der BI „Pro Tierheimneubau“ möchte Herrn Trummer als Gastgeber gewinnen. Anderenfalls hat sich eines unserer Mitglieder zur provisorischen Gastgeberschaft bereit erklärt, da der Holzwurm urlaubsbedingt erst wieder zum Juli-Treffen bereit steht.
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